Dienstag, 9. Juni 2009

Wichtige Tipps – Die letzten 100 Tage bevor Sie Ihre Karriere starten

Nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) hätten Sie wohl außergewöhnliche Chancen, einen Beruf zu finden, wenn Sie älter sind, behindert und einer Minderheit zugehörig sind – dann sähe der Boss kaum eine Möglichkeiten, Sie zurück zu weisen.

Was machen Sie aber, wenn Sie ein ausreichend ausgebildeter Mitteleuropäer sind und – so wie eine Menge andere auch – nach Studienende einen Beruf suchen? Es bleibt Ihnen nichts weiter übrig, aber Sie werden zumindest (!) die letzten 100 Tage Ihres Daseins als Student damit verdingen müssen, sich auf den Schritt ins Berufsleben vorzubereiten. Das hört sich nicht erstrebenswert an und – das ist es auch nicht. Aber es bereitet vor.

Also, sperren Sie sich nicht, die ganz klassischen Wege zu beschreiten. Dazu gehören zunächst einmal eine gute Analyse der eigenen Person. Schreiben Sie z.B. mit einem Dozenten Ihres Vertrauens und mit Ihren besten Freunden – denn die sagen Ihnen mit aller Wahrscheinlichkeit die Wahrheit – wo sie Ihre Stärken und Schwächen wissen – und zwar nicht nur die in Bezug auf Ihr Fachwissen, sondern auch bei den sogenannten „soft skills“, die im derzeitigen Markt immer unabdingbarer werden.

Dann machen Sie eine Analyse des Arbeitsmarktes. Das heißt: Untersuchen Sie, in welchen Branchen arbeiten Arbeiter mit Ihrer Bildung und Ihrem Können – und entspricht eine dieser Bereiche Ihrem Traum von einem Job. Nach dem Traumjob müssen Sie im Übrigen tatsächlich immer zuallererst Ausschau halten – hierbei aber einen Ausweichplan nicht verdrängen. Also: Wenn mein Vorzugsjob in meiner Traumbranche nicht vakant ist, wo könnte ich in diesem Fall arbeiten?

In vielen Fällen bedenken Menschen, die zum 1ten Mal einen Beruf antreten wollen, zu kurz und suchen lediglich in dem engen Feld dessen, was sie erlernt haben. Dabei vernachlässigen sie ähnliche und verwandte Felder, bei denen sie gleichfalls tätig sein könnten, wenn sie ihre Skills lediglich etwas verbessern oder ergänzen. Also Augen auf: Achten Sie auf Pressemittelungen aus Ihrer Branche, schauen Sie auch die Stellenangebote (Magazine und außerdem das Netz) genau an, reden Sie mit den Gewerkschaftsverbänden und abonnieren Sie eine Fachzeitschrift. Oder wie wäre es mit der Visite einer Karriere-Messe?

Seien Sie auch hellwach bei Regionen, die nicht zuvorderst im oberen Drittel der Popularitätsskala zu finden sind. Ja, sogar in Ostdeutschland können Sie arbeiten, jedoch wollen da vielleicht nicht Leute hin und Ihnen geht es doch darum, einen Einstieg ins Arbeitsleben und damit die brauchbare Berufserfahrung zu erlangen! Also, warum nicht Dresden an Stelle von Hannover?.

Vorrangig möchten Sie ein gutes Gehalt verdienen und auch hier müssen Sie sich vorab Wissen aneignen, wie die Berufsbranche zahlt und in welcher „Liga“ Sie als Einsteiger den Ball treten dürfen. Hier gibt es interessante Jahrbücher, in denen zumindest die Bandbreite der Verdienste abgebildet ist, die in Ihrer Wunschbranche gezahlt werden und zusätzlich kennen Sie vielleicht jemanden, der vor Ihnen das Studium abgeschlossen und da einen Job hat. Der ist bestimmt gerne bereit, Ihnen zu erkläutern, was Sie verlangen müssten und was sie erwarten können (die eine wie die andere Zahl sind bestimmt nicht deckungsgleich). Auch Gehaltstudien und Jobmessen sowie Weblogs sind eine nützliche Quelle.

Der letzte Punkt und ein heikles Thema: Kennen Sie Benimm-Knigge]? Falls nicht, sollten Sie sich schleunigst damit befassen. Edle Manieren und dem Anlass entsprechende Kleider sind bei ernst zu nehmenden Arbeitgebern unabdingbar. Wenn Sie also keine Ahnung haben, wie wichtiges Meetings aufgebaut sind, wie man sich bei diesen verhält, wann man eine Pause einlegt oder in welcher Jobbranche hellbraune Lederschuhe zum schwarzen Anzug wenigstens toleriert werden, dann müssen Sie entweder einen entsprechenden Manieren-Lehrgang in Betracht ziehen bzw. den ersten „Spießer“ nach Rat fragen. Der erklärt es Ihnen bestimmt, und Sie tun sich damit einen merklich Dienst.

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