Ist unsere Gesellschaft auf die aufkommenden Fragestellungen der Zukunft richtig vorbereitet? Der demographische Wandel tritt immer genauer als die zentrale Herausforderung für die Zukunft Deutschlands in Erscheinung. Geburtenrückgang auf der einen Seite und eine kontinuierlich ansteigende Lebenserwartung auf der anderen verändern die Erscheinung unserer Gesellschaft.
Das Älterwerden der Bürger zwingt auch auf dem Jobmarkt zum Umdenken. Der lange eingeschlagene Weg der Frühverrentung führt in die falsche Richtung. Tatsächlich ist die aktive Partizipation der Generation Fünfzig Plus am Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung für das Weiterbestehen unserer Wirtschaft.
Wenn immer weniger junge Menschen verfügbar sind, die vielfach hoch qualifizierten Senioren zudem immer länger gesund und leistungsfähig bleiben, sollten diese auch länger unverzichtbares Element der Wirtschaft bleiben. Hervorgehoben wird die steigende Bedeutung betagterer Arbeitender für den Markt von der Statistik: Heute ist jeder fünfte Erwerbsfähige über 50 – im Jahr 2020 wird es bereits jeder dritte sein, Tendenz steigend.
Schon heute hat die Gruppe der Best Ager viel realistischere Chancen, als sie selbst glaubt: Eine aktuelle Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat bewiesen, dass bei nahezu der Hälfte aller Berufe, für die sich über 50-Jährige bewarben, ein älterer Kandidat auch die Arbeit bekam. Vor allem mittelständische Unternehmen schätzen das Know How und Erfahrenheit von Älteren. Nur: In drei Viertel der untersuchten Fälle lagen den Unternehmen gar keine Applikationen älterer Arbeitssuchender vor.
Da ist es nicht erstaunlich, dass die BRD im Ländervergleich mangelhaft abschneidet. Nach Erkenntnissen der OECD ist die Beschäftigungsquote der 55 bis 64-jährigen Deutschen zwar von 37,9 % in 1996 auf 41,8% in 2004 leicht gestiegen – bleibt aber international ein Schlusslicht. Wirtschaften wie Schweden, Neuseeland und die Schweiz haben ihre erfahrene Generation längst in den Arbeitsmarkt integriert. Hier liegen die Quoten zwischen 65% und 70% – und steigen dementsprechend auch weiter.
Dienstag, 12. Mai 2009
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