Dienstag, 12. Mai 2009

Moderne Maßstäbe: Demographische Probleme in der EU bzw. Deutschland

Ist unsere Gesellschaft auf die Herausforderungen der Zukunft richtig vorbereitet? Der demographische Wandel tritt immer deutlicher als die zentrale Herausforderung für die Zukunft Deutschlands in Erscheinung. Geburtenrückgang auf der einen Seite und eine kontinuierlich ansteigende Lebenserwartung auf der anderen verändern das Gesicht unserer Nation.

Das Älterwerden der Bürger zwingt auch auf dem Arbeitsmarkt zum Nachdenken. Der lange praktizierte Weg der Frühverrentung führt nicht in die richtige Richtung. Tatsächlich ist die aktive Teilnahme der Generation 50plus am Arbeitsmarkt von entscheidender Bedeutung für das Weiterbestehen unserer Wirtschaft.

Wenn immer weniger Junge verfügbar sind, die vielfach außergewöhnlich qualifizierten Betagten zudem immer länger fit und leistungsfähig bleiben, sollten diese auch länger wichtiges Element der VW sein, sodass alle von deren Erfahrung profitieren können.

Untertrichen wird die steigende Bedeutung älterer Arbeitnehmer für den Arbeitsmarkt von der Statistik: Im Jahr 2009 ist jeder fünfte Erwerbsfähige über 50 Jahre alt – im Jahr 2020 wird es bereits jeder 3te sein, Tendenz ansteigend.

Schon jetzt hat die Gruppe der Best Ager viel höhere Chancen, als sie selbst vermutet: Eine aktuelle Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat ergeben, dass bei fast der Hälfte aller Berufe, für die sich über 50-Jährige bewarben, ein älterer Bewerber auch den Zuschlag bekam. Vor allem mittelständische Unternehmen schätzen das Know How und Erfahrenheit von Älteren. Nur: In drei Viertel der untersuchten Fälle lagen den Betrieben nicht einmal keine Applikationen älterer Arbeitssuchender vor.

Da ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland im Ländervergleich unterklassig abschneidet. Nach Erkenntnissen der OECD ist die Quote der Beschäftigung der 55 bis 64-jährigen Deutschen zwar von 37,9 % in 1996 auf 41,8% in 2004 ein bisschen gestiegen – bleibt aber im Europavergleich ein Schlusslicht. Wirtschaften wie Schweden, Neuseeland und die Schweiz haben ihre Best Ager längst in den Arbeitsmarkt integriert. Hier liegen die Beschäftigungsquoten zwischen 65% und 70% – und steigen proportional weiter.

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