Sonntag, 26. April 2009

Neue Postulate: Finanzpolitische Herausforderung in der BRD

Ist unsere Nation auf die Probleme der Zukunft ausreichend vorbereitet? Der demographische Wandel tritt immer genauer als die zentrale Herausforderung für die Zukunft der Bundesrepublik in Erscheinung. Geburtenrückgang auf der einen Seite und eine prozentual steigende Lebenserwartung auf der anderen verändern die Form unserer Gesellschaft.

Das Älterwerden der Bürger zwingt auch auf dem Arbeitsmarkt zum Umdenken. Der jahrelang praktizierte Weg der Frühverrentung führt nicht in die richtige Richtung. Tatsächlich ist die aktive Partizipation der Generation Fünfzig Plus am Arbeitsmarkt von nicht zu vernachlässigender Bedeutung für das Funktionieren unserer Volkswirtschaft.

Wenn immer weniger junge Leute zur Verfügung stehen, die vielfach außergewöhnlich qualifizierten Älteren zudem immer länger gesund und leistungsfähig bleiben, sollten diese auch länger wichtiges Element der Wirtschaft sein, sodass alle von deren Erfahrung profitieren können.

Untertrichen wird die steigende Bedeutung erfahrener Arbeitender für den Arbeitsmarkt von der Statistik: Heute ist jeder fünfte Erwerbsfähige über 50 Jahre alt – im Jahr 2020 wird es bereits jeder 3te sein, Tendenz ansteigend.

Schon heute hat die Gruppe der Best Ager viel realistischere Chancen, als sie selbst glaubt: Eine aktuelle Umfrage des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat ergeben, dass bei nahezu der Hälfte aller Berufe, für die sich Menschen ab 50 bewarben, ein älterer Kandidat auch die Arbeit bekam. Vor allem mittelständische Unternehmen schätzen das Know How und Erfahrenheit von Älteren. Aber: In drei Viertel der untersuchten Fälle lagen den Unternehmen nicht einmal keine Bewerbungen älterer Menschen vor.

Da ist es nicht erstaunlich, dass Deutschland im Vergleich der Länder unterklassig abschneidet. Nach Erkenntnissen der OECD ist die Quote der Beschäftigung der 55 bis 64-jährigen Deutschen zwar von 37,9 % in 1996 auf 41,8% in 2004 etwas gestiegen – bleibt aber international ein Schlusslicht. Wirtschaften wie Schweden, Neuseeland und die Schweiz haben ihre Best Ager längst in den Arbeitsmarkt integriert. Hier liegen die Quoten zwischen 65% und 70% – und steigen immer weiter.

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